Warum Pirat?

Raubkopien

Das MP3s nur zum illegalen Filesharen erfunden wurden ist ein Gerücht. Das hemmungslose Kopieren von Musik für den privaten Bereich ist eigentlich ganz alt.

So ziemlich jeder über 30 hat sicher damals mit seinem Kassettenrecorder vor dem Empfänger gehangen und die wöchentliche Top10 aus dem Radio mitgeschnitten. Die Menge der archivierten Titel überstieg auch da schon die freie Zeit die Hits vom letzten Monat wieder hören zu können. Und gekauft hätte man sich da auch nicht jede Platte, aus Geld- und Geschmacksgründen.

Ein untechnisches Beispiel gefällig? Viele haben damals auch ihre Umwelt mit Musikunterricht quälen dürfen. Hat der Musiklehrer nicht auch immer gerne Fotokopien von einzelnen Musikstücken gemacht und mitgegeben? Auch eine wüste Raubkopie und auch noch für quasi öffentliche Aufführungen. Äußerst gefährlich!

Patentrecht

Die gute Idee alleine macht noch nicht den Erfolg aus. Eigentlich war das mal so gedacht: Es tüftelt jemand an einer Lösung für ein Problem, das andere nicht mal gefunden haben. Später kommt er mit dem ersten Modell auf den Markt, schützt sich das ganze und hat Geld für die nächste Erfindung.

Heute läuft das andersrum ab: Jemand hat viel Geld übrig, patentiert sich die unmöglichsten trivialen Dinge, ohne zu wissen was man damit machen soll und wartet. Dann kommt irgendwann jemand endlich mit einem Problem und dessen Lösung zum ersten Produkt in den Markt. Immer noch geschieht nichts. Das Produkt wird ein riesen Erfolg und nun kommt der ehemalige Patenteinreicher und ruft erster! und hält risikofrei die Hand auf. Nichts entwickelt, keine Investitionen in das Produkt und trotzdem den Reibach machen.

Zu technisch? Das ganze gilt leider auch für Schnittmuster in der Mode. Jeder 1-Mann-Designer-Betrieb müsste erst weltweit nach Patenten auf bestimmte Schnitte recherchieren, ob der gewünschte Doppelsaum nicht schon geschützt ist.

Dank bilateraler Handelsabkommen importieren wir leider krankes Patentrecht auch nach Europa und nach Deutschland. Der geregelte Rechtsweg ist für Mittelständler und Freiberufler leider kein realistisch gangbarer Weg. Zu ungleich sind Risiken und Kosten verteilt zwischen den Global Players im Markt und dem, der vielleicht eigentlich Recht hatte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.